Risikofaktoren für Brustkrebs
Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen und betrifft weltweit Millionen von Frauen. Neben genetischen Faktoren steht Brustkrebs auch mit Umwelt- und Lebensstilfaktoren in Zusammenhang.
Geschlecht und Alter: Brustkrebs tritt bei Frauen sehr viel häufiger auf als bei Männern. Außerdem steigt das Brustkrebsrisiko mit zunehmendem Alter. Frauen über 50 Jahre haben ein höheres Brustkrebsrisiko.
Familiengeschichte: Frauen, in deren Familie Verwandte ersten Grades (Mutter, Schwester, Tochter) an Brustkrebs erkrankt sind, sollten im Hinblick auf ein mögliches Brustkrebsrisiko aufmerksam sein. Frauen mit Brustkrebs in der Familiengeschichte können durch eine genetische Beratung das Risiko für erblichen Brustkrebs einschätzen lassen.
BRCA-Genmutationen: Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 erhöhen das Brustkrebsrisiko.
Frühere Brustkrebserkrankung: Frauen, bei denen bereits einmal Brustkrebs diagnostiziert wurde, haben im Vergleich zu anderen Frauen ein höheres Brustkrebsrisiko.
Hochdosierte Strahlenbelastung: Eine hochdosierte Strahlenbelastung in jungen Jahren kann das Brustkrebsrisiko erhöhen. Insbesondere eine Strahlentherapie der Brustwand in Kindheit und Jugend kann das Brustkrebsrisiko langfristig erhöhen.
Hormontherapie und Antibabypille: Eine langfristige Hormontherapie oder die Einnahme der Antibabypille kann das Brustkrebsrisiko erhöhen.
Alkoholkonsum: Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum kann das Brustkrebsrisiko erhöhen. Daher ist es für Ihre Gesundheit von Vorteil, den Alkoholkonsum einzuschränken oder, wenn möglich, ganz darauf zu verzichten.
Adipositas und bewegungsarmer Lebensstil: Adipositas und ein geringes Maß an körperlicher Aktivität gehören zu den Faktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen. Wichtig ist, ein gesundes Gewicht zu halten und regelmäßig Sport zu treiben.
Wechseljahre: Ein später Eintritt in die Wechseljahre kann das Brustkrebsrisiko erhöhen.
Hormonhaltige Lebensmittel und Chemikalienbelastung: Der Verzehr hormonhaltiger Lebensmittel und die Belastung durch bestimmte Industriechemikalien gehören zu den Umweltfaktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen können.
Bedenken Sie: Die Risikofaktoren für Brustkrebs können von Frau zu Frau unterschiedlich sein, und das Vorliegen eines einzelnen Faktors bedeutet nicht, dass Sie an Brustkrebs erkranken werden. Die Kenntnis der Risikofaktoren und bewusste Entscheidungen für die eigene Gesundheit können jedoch die Chancen erhöhen, Krebs früh zu erkennen und zu behandeln.
Beschwerden
Ein Risikofaktor bedeutet nicht, dass Sie Brustkrebs entwickeln werden; bei vielen Frauen tritt die Erkrankung auch ganz ohne Risikofaktor auf. Deshalb sind die Anzeichen, auf die Menschen mit erhöhtem Risiko achten sollten, dieselben wie für alle anderen:
- Neu tastbarer Knoten oder neue Verhärtung in der Brust oder Achselhöhle
- Einziehung der Brustwarze oder Ausfluss, besonders einseitiger oder blutiger Ausfluss
- Rötung, Einsenkung oder Orangenhaut der Brusthaut
- Einseitige Veränderung von Größe oder Form der Brust
Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, ist es angebracht, eine Fachärztin oder einen Facharzt für Brusterkrankungen aufzusuchen, ohne den geplanten Kontrolltermin abzuwarten. Wenn in Ihrer Familie Brustkrebs aufgetreten ist, ist es besonders wichtig, Veränderungen genauer zu beobachten und den Arztbesuch nicht aufzuschieben.
Diagnose
Um das individuelle Krebsrisiko zuverlässig einschätzen zu können, werden Ihr Alter, Ihre Familiengeschichte, frühere Brustbiopsien, eine Strahlentherapie im Brustbereich in der Vorgeschichte, die Einnahme von Hormonen und Ihre Geburtengeschichte gemeinsam betrachtet. Bei auffälliger Familiengeschichte kann eine genetische Beratung Orientierung im Hinblick auf die Untersuchung von Genen wie BRCA geben.
- Klinische Brustuntersuchung in alters- und risikogerechten Abständen
- Mammographie je nach Alter; bei dichtem Brustgewebe zusätzlich Ultraschall
- Bei ausgewählten Personen mit sehr hohem Risiko eine MRT der Brust auf ärztliche Empfehlung
Beginn und Häufigkeit des Früherkennungsprogramms unterscheiden sich von Person zu Person; dieser Plan sollte gemeinsam mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt festgelegt werden.
Behandlung
Nicht jeder Risikofaktor lässt sich verändern, ein Teil davon kann jedoch durch den Lebensstil verringert werden. Ärztinnen und Ärzte empfehlen im Allgemeinen Folgendes:
- Den Alkoholkonsum einschränken oder darauf verzichten
- Ein gesundes Gewicht halten und regelmäßig körperlich aktiv sein
- Eine Hormontherapie nur dann und so kurz wie möglich anwenden, wenn sie wirklich notwendig ist
- Empfohlene Kontrollen und Früherkennungsuntersuchungen nicht versäumen
Bei Personen mit deutlich erhöhtem Risiko können individuell Optionen wie eine engmaschige Überwachung, eine medikamentöse Risikoreduktion oder in ausgewählten Fällen eine risikoreduzierende Operation besprochen werden. Diese Entscheidungen hängen von Alter, Familiengeschichte und allgemeinem Gesundheitszustand ab. Welcher Ansatz für Sie geeignet ist, kann nur gemeinsam mit der Ärztin bzw. dem Arzt entschieden werden, die bzw. der Sie untersucht.



