Die periduktale Mastitis ist eine Entzündung, die außerhalb der Stillzeit auftritt und die Umgebung der Milchgänge unmittelbar hinter der Brustwarze betrifft. Die Erkrankung beginnt im Bereich der Brustwarze; im Gewebe um die Milchgänge entsteht eine Entzündung, aus der sich mit der Zeit eine schmerzhafte Schwellung, ein Abszess oder ein zur Haut hin offener Gang entwickeln kann.
Das Rauchen ist der Faktor, der am stärksten mit diesem Krankheitsbild in Verbindung gebracht wird. Man nimmt an, dass Zigarettenrauch die Gänge hinter der Brustwarze schädigt und den Bereich anfällig für Infektionen macht. Die Erkrankung zeigt daher einen anderen Mechanismus und Verlauf als die Mastitis in der Stillzeit; sie kann bei Frauen und selten auch bei Männern auftreten und zeigt sich häufig im mittleren Lebensalter.
Auch wenn sie anfangs mit Antibiotika unter Kontrolle gebracht werden kann, kann es nach der Behandlung am selben Ort erneut zu einer Entzündung kommen; bei wiederkehrenden Fällen kommt eine Operation in Betracht. Diese Seite fasst Beschwerden, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten in groben Zügen zusammen. Die Informationen sind allgemeiner Natur; für eine persönliche Beurteilung sollte eine Fachärztin oder ein Facharzt für Brusterkrankungen aufgesucht werden.
Beschwerden
Bei der periduktalen Mastitis konzentrieren sich die Beschwerden meist auf die Brustwarze und den Warzenhof. Die Patientinnen bemerken in der Regel in diesem Bereich eine schmerzhafte, gerötete Schwellung; die Beschwerden können in bestimmten Abständen verschwinden und wieder auftreten.
- Schmerzen, Rötung und Überwärmung rund um die Brustwarze
- Ein am Rand des Warzenhofs gelegener, tastbarer, druckempfindlicher Knoten
- Einziehung oder Formveränderung der Brustwarze
- Übelriechender, dickflüssiger oder eitriger Ausfluss aus der Brustwarze
- Ein zur Haut hin offener, wiederholt nässender Gang (Fistel) um den Warzenhof
Fieber ist in der Regel nicht so ausgeprägt wie bei der Mastitis in der Stillzeit. Bildet sich ein Abszess, nimmt die Schwellung zu, der Schmerz verstärkt sich, und der Bereich fühlt sich fluktuierend an. Wiederkehrende Schwellung oder wiederkehrender Ausfluss an derselben Stelle lassen vermuten, dass die Erkrankung nach der vorherigen Behandlung erneut aufgetreten ist.
Diagnose
Für die Diagnose sind die Vorgeschichte der Beschwerden, das Rauchverhalten und die Frage nach früheren ähnlichen Schüben wichtig. Bei der Untersuchung werden Schwellung, Rötung und Ausfluss rund um die Brustwarze sowie gegebenenfalls die Fistelöffnung beurteilt.
Der Ultraschall ist die am häufigsten eingesetzte Methode, um die Entzündung um die Gänge und eine Abszessansammlung darzustellen; er dient zugleich als Führung bei der Entleerung. Je nach Alter der Patientin und Befund können zusätzliche bildgebende Untersuchungen wie Mammographie oder MRT veranlasst werden.
- An einer Probe aus dem Abszess oder dem Ausfluss können Bakterien angezüchtet und das passende Antibiotikum bestimmt werden.
- Erweiterte Milchgänge (Duktektasie) sind im Ultraschall sichtbar, und dieser Befund kann gemeinsam mit der Erkrankung vorliegen.
- Besteht in der Bildgebung der Verdacht auf Krebs oder bildet sich die Läsion unter der Behandlung nicht zurück, wird unbedingt eine Biopsie mit pathologischer Untersuchung durchgeführt.
Da wiederkehrende Entzündungen im Bereich der Brustwarze in seltenen Fällen mit anderen Erkrankungen verwechselt werden können, sollte bei jedem Fall, der nicht auf die Behandlung anspricht, eine zusätzliche Abklärung erwogen werden.
Behandlung
Der Behandlungsplan wird von der Ärztin bzw. vom Arzt nach dem Stadium der Entzündung und danach festgelegt, ob ein Abszess vorliegt. Solange noch kein Abszess besteht, können die Beschwerden in den meisten Fällen durch eine Antibiotikatherapie und Schmerzkontrolle abklingen; Wahl und Dauer der Medikamente werden individuell angepasst.
- Wird im Ultraschall ein Abszess festgestellt, muss er entleert werden; kleine Abszesse können mit einer Nadel, große oder wiederkehrende Abszesse über einen kleinen Schnitt entleert werden.
- Nach der Drainage wird die Antibiotikatherapie fortgesetzt, Wundversorgung und Kontrolluntersuchung werden eingeplant.
- Der Rauchstopp ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, um das Rückfallrisiko zu senken; dabei kann Unterstützung in Anspruch genommen werden.
- Bei Patientinnen mit wiederkehrenden Abszessen oder einer Fistel kann die operative Entfernung der betroffenen Milchgänge hinter der Brustwarze (Milchgangsexzision) empfohlen werden.
Auch wenn operiert wird, kann die Erkrankung nach einiger Zeit erneut auftreten. Daher sollten Ergebnisse, mögliches Rezidiv und das Aussehen der Brustwarze vor der Operation ausführlich mit der Ärztin bzw. dem Arzt besprochen und nach der Behandlung regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden.
Ausführliche Informationen zu den Operationsmöglichkeiten und zum chirurgischen Ablauf finden Sie auf der Seite Brustchirurgie.



