Für den Brustwiederaufbau mit Implantat werden zwei verschiedene Prothesentypen verwendet:
- Gewebeexpander, die vorübergehend eingesetzt werden
- Dauerhafte Brustimplantate mit festem Volumen
Gewebeexpander werden vor dem Einsetzen der dauerhaften Prothese verwendet, um der Brusthaut Dehnbarkeit zu verleihen. In die darin befindliche Kammer wird in zunehmenden Mengen Kochsalzlösung injiziert, wodurch sie vorübergehend aufgedehnt werden. Zum gegebenen Zeitpunkt werden sie entfernt und durch ein dauerhaftes Implantat ersetzt; bei einigen speziellen Expandertypen ist es auch möglich, sie wie ein dauerhaftes Implantat an Ort und Stelle zu belassen.
Dauerhafte Implantate mit festem Volumen sind in der Regel Produkte auf Silikonbasis. Üblicherweise werden mit Gel gefüllte Silikonprothesen mit texturierter Oberfläche verwendet.
Die ausschließliche Verwendung synthetischer Implantate zur Rekonstruktion wird von Patientinnen bevorzugt, die keine Operation am Rücken oder am Bauch wünschen.
Bei Patientinnen, deren Brustwand bestrahlt wurde oder bei denen nach der Operation mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Strahlentherapie erfolgt, ist eine Rekonstruktion mit synthetischen Implantaten keine gute Option.
Sowohl bei der Rekonstruktion mit Gewebeexpander als auch bei der mit dauerhaftem Implantat wird die Prothese unter die Muskulatur der vorderen Brustwand eingesetzt.
Für wen eignet sich eine Silikon-Brustprothese?
- Wenn für den Brustwiederaufbau kein geeignetes körpereigenes Gewebe zur Verfügung steht,
- wenn das Brustgewebe nicht stark vernarbt oder infiziert ist,
- wenn eine prophylaktische (vorbeugende) Mastektomie durchgeführt wurde,
- wenn eine beidseitige Brustrekonstruktion erfolgt,
- wenn die Patientin einer Operation an der anderen Brust zur Herstellung der Symmetrie zugestimmt hat,
- wenn Brust oder Brustwand nicht bestrahlt wurden, ist sie eine ideale Kandidatin für den Brustwiederaufbau mit einer Silikon-Brustprothese.
Rekonstruktion mit Brustimplantat in einer Sitzung
Die krebsbefallene Brust wird unter Erhalt der Brusthaut und, wenn möglich, der Brustwarze entfernt. In derselben Sitzung wird die Brustprothese unter den Brustmuskel (Musculus pectoralis) eingesetzt. Dieses Verfahren wird in der Regel bei Patientinnen mit Krebs im Frühstadium und kleiner gesunder Brust bevorzugt. Manchmal entscheiden sich auch Trägerinnen von Brustkrebsgenen für dieses Verfahren, indem sie ihre Brüste entfernen lassen, bevor Krebs entsteht.
Rekonstruktion mit Brustimplantat in zwei Sitzungen
In Fällen, in denen das Brustgewebe zusammen mit der Haut entnommen wird, bietet die verbleibende Haut möglicherweise nicht genügend Platz für das Implantat. In diesem Fall wird in den Bereich eine halb mit Gel gefüllte, halb leere Prothese eingesetzt. Diese Prothese wird innerhalb von 2 bis 3 Monaten langsam mit physiologischer Kochsalzlösung aufgefüllt. Wenn die Haut in diesem Bereich als ausreichend gedehnt beurteilt wird, wird die vorübergehende Prothese entfernt und durch ein dauerhaftes Gelimplantat ersetzt. Solange das vorübergehende Implantat eingesetzt ist, wird zuweilen auch Zeit für zusätzliche Behandlungen wie eine Strahlentherapie gewonnen.



