PHYLLOIDTUMOR
Der Phylloidtumor der Brust ist ein seltener fibroepithelialer Brusttumor. Er macht 2–3 % aus. Phylloidtumoren werden als gutartig, Borderline (grenzwertig) oder bösartig eingestuft. Meist sind sie gutartig, nur selten tritt die bösartige Form auf. Auch wenn er am häufigsten zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr vorkommt, treten bösartige Phylloidtumoren in höherem Alter auf.
Da der Phylloidtumor eine deutlich höhere Wachstumsgeschwindigkeit als Fibroadenome hat, beginnt er schon früh, in der Brust Raum einzunehmen. Bildgebende Verfahren wie Brustultraschall, Mammographie und Brust-MRT und häufig auch die Biopsie reichen für die Differenzialdiagnose nicht aus. Die sichere Diagnose wird durch die pathologische Beurteilung nach vollständiger Entfernung des Knotens gestellt.
Die Behandlung von Phylloidtumoren besteht in der chirurgischen Entfernung des Knotens zusammen mit mindestens 1 cm des umgebenden Brustgewebes. Häufig kommt es zu einem lokalen Rezidiv in der Brust. Bei Riesen-Phylloidtumoren kann die vollständige Entfernung der Brust sinnvoller sein. In diesem Fall wird die Brust mit einem Silikonimplantat wieder aufgebaut. In der Regel kommt es nicht zu einer Ausbreitung in die Lymphknoten der Achselhöhle; ein chirurgischer Eingriff dort wird nicht empfohlen.
Gutartige Phylloidtumoren werden operativ behandelt; bei bösartigen Phylloidtumoren kann nach der Operation eine Bestrahlung der Brustwand erfolgen. Eine engmaschige Nachsorge im Hinblick auf lokale Rezidive nach der Operation ist wichtig.
Symptome
Das typischste Symptom des Phylloidtumors ist das Auftreten eines meist schmerzlosen Knotens von weich-fester Konsistenz in der Brust, der deutlich wächst. Der Knoten ist in der Regel gut abgegrenzt und verschieblich; deshalb kann er auf den ersten Blick einem Fibroadenom ähneln.
- Ein Knoten, der innerhalb von Wochen oder Monaten rasch wächst
- Gespannte, glänzende Haut über dem Knoten und deutlich hervortretende Venen
- Bei großen Tumoren ein asymmetrisches Aussehen der Brust und ein Gefühl der Schwere
- In fortgeschrittenen Fällen eine Verdünnung der Haut und selten eine Wunde
In der Achselhöhle tastbare Lymphknoten sind meist reaktiv und deuten nicht auf eine Ausbreitung des Tumors hin. Auch das rasche Wachstum eines bereits bekannten Fibroadenoms ist ein wichtiges Zeichen, ärztlichen Rat einzuholen.
Diagnose
Bei der Untersuchung werden Größe und Grenzen des Knotens sowie sein Verhältnis zur Haut beurteilt. Ultraschall und Mammographie stellen den Knoten dar, können aber einem Fibroadenom ähneln; die Vorgeschichte eines raschen Wachstums ist ein wichtiger Hinweis für die Differenzialdiagnose. Eine Nadelbiopsie kann diese Unterscheidung nicht immer leisten, da die Probe nur einen kleinen Teil des Tumors repräsentiert.
- Bei rasch wachsenden oder großen Knoten wird zusätzlich zur Stanzbiopsie eine chirurgische Exzision geplant.
- Die sichere Einstufung (gutartig, Borderline, bösartig) erfolgt durch die pathologische Untersuchung des entfernten Knotens.
- Der Zustand der Schnittränder und die zellulären Merkmale des Tumors werden im Pathologiebefund angegeben.
- Bei Fällen, in denen sich Bösartigkeit zeigt, können zusätzliche Untersuchungen wie eine Bildgebung der Lunge im Hinblick auf Fernmetastasen veranlasst werden.
Behandlung
Die Grundsätze des chirurgischen Vorgehens sind oben beschrieben; die Einzelheiten des Plans legt die Ärztin nach Größe des Knotens, seinem Verhältnis zur Brust und der pathologischen Einstufung fest. Da das bloße Ausschälen des Knotens bei diesen Tumoren die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs erhöhen kann, gilt als Grundsatz die Entfernung zusammen mit dem umgebenden Gewebe.
- Vor der Operation werden das Aussehen der Brust und die Rekonstruktionsmöglichkeiten gemeinsam mit der Patientin besprochen.
- Wird ein positiver Schnittrand festgestellt, kann eine weitere Operation in Frage kommen.
- Strahlentherapie und systemische Therapie werden nur in ausgewählten bösartigen Fällen und auf Beschluss des Tumorboards erwogen.
- Auch bei gutartigen Fällen werden regelmäßige Kontrollen empfohlen.
In der Nachsorge werden regelmäßige Untersuchungen und Bildgebung durchgeführt. Da Rezidive meist in den ersten Jahren auftreten, ist es wichtig, sich bei einem neu bemerkten Knoten ohne Abwarten vorzustellen.
Ausführliche Informationen zu den Operationsmöglichkeiten und zum chirurgischen Ablauf finden Sie auf der Seite Brustchirurgie.



