Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist eine Behandlungsform, die mit Röntgenstrahlen durchgeführt wird und ebenso wie die Operation dazu dient, den Tumor lokal zu kontrollieren. Die Strahlentherapie kommt bei drei von vier Krebspatienten zum Einsatz. Sie wird vor oder nach der Operation, allein als kurative (heilende) Behandlung oder zusammen mit einer Chemotherapie bzw. systemischen Therapie angewendet.
Für wen wird sie durchgeführt?
Wurde eine brusterhaltende Operation gewählt, ist unbedingt eine Strahlentherapie des verbleibenden Brustgewebes erforderlich. Es wurde gezeigt, dass eine Strahlentherapie nach einer brusterhaltenden Operation das Wiederauftreten des Tumors deutlich verringert.
Wurde eine Mastektomie (Entfernung der gesamten Brust) durchgeführt, hängt die Durchführung einer Strahlentherapie von bestimmten Kriterien ab (zum Beispiel einem Tumor, der an der Brustwand oder der Brusthaut haftet, mehr als 4 befallenen Lymphknoten in der Achselhöhle usw.).
Wann wird sie durchgeführt?
Die Strahlentherapie sollte innerhalb von 6 Monaten nach der Brustoperation erfolgen. Eine längere Verzögerung verringert die Erfolgschancen des Verfahrens.
Wird in dieser Zeit eine Chemotherapie durchgeführt, wird entweder deren Abschluss abgewartet, oder die Chemotherapie wird unterbrochen, die Strahlentherapie durchgeführt und die Chemotherapie anschließend fortgesetzt.
Wie wirkt sie?
Die Strahlentherapie schädigt das Erbmaterial der Zellen im behandelten Bereich. Dadurch wird verhindert, dass die Zellen wachsen und sich vermehren. Manche Zellen sterben nach der Bestrahlung sofort ab, da sie direkt getroffen werden. Andere Zellen verlieren ihre Vermehrungsfähigkeit infolge von Schäden an Chromosomen und DNA. Die Strahlentherapie schädigt sowohl Krebszellen als auch normale Zellen. Die meisten normalen Gewebe erholen sich nach der Behandlung.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Bei Patientinnen, bei denen die Achsellymphknoten entfernt wurden, steigt das Risiko einer Schwellung des Arms (Lymphödem), wenn dieser Bereich bestrahlt werden muss.
Schwangeren wird wegen des Risikos einer Schädigung des ungeborenen Kindes keine Strahlentherapie empfohlen.
Teilbestrahlung
Heute kann bei einer kleinen, sehr sorgfältig auszuwählenden Patientengruppe statt der gesamten Brust nur die Umgebung des Tumors bestrahlt werden. Diese Anwendung kann nach der Operation oder während der Operation (intraoperative Strahlentherapie) erfolgen.



